• 8786546 l
  • 13492398 l
  • 6033790 l
  • weisse elster

Eignungsflächen für Windkraftanlagen

Zum Sachverhalt: Nach dem gegenwärtigen Rechtsverständnis gehören Windkraftanlagen zu den nach BauGB privilegierten Anlagen im Außenbereich und können damit nahezu überall errichtet werden. Um die Entwicklung in geordnete rechtliche Bahnen zu lenken und einen Ausgleich zwischen den Bauvorhaben und ihren Standortbedingungen herbeizuführen, erarbeiten auf Anregung der Landesregierung gegenwärtig alle vier Thüringer Planungsregionen vorgezogene Teilpläne für Eignungsflächen für Windkraftanlagen. Diese sind später in die ebenfalls zu aktualisierenden Regionalpläne bzw. in den Landesentwicklungsplan einzuarbeiten.

Bearbeitungsstand in der Planungsregion Mitte: Die Phase der ersten Offenlage ist abgeschlossen. In der Planungsregion Thüringen-Mitte sind folgende Einwendungen aufgelaufen:

Insgesamt haben sich 6068 Personen/Institutionen zum Teilplan (Entwurf) geäußert, davon

  • 4247 Personen mit ihrer Unterschrift auf Unterschriftslisten
  • 1509 Personen mit ihrer Einzelunterschrift auf gleichlautenden Formularstellungnahmen
  • 75 Gemeinden/Städte

Die gleichlautenden Stellungnahmen zusammengefasst, sind in der regionalen lanungsstelle 330 verschieden lautende Stellungnahmen eingegangen. Diese werden nun ausgewertet, abgewogen und der Planungsversammlung zur Abstimmung vorgelegt.

Wenn die Regionale Planungsversammlung die Abwägung gebilligt hat, erfolgen eine zweite Offenlage und danach der endgültige Beschluss durch die Regionale Planungsversammlung. Ein ähnlicher Bearbeitungsstand ist auch in den drei anderen Planungsregionen Thüringens zu verzeichnen.

Ergebnisse dazu: Insgesamt ist festzustellen, dass das von der Landesregierung angestrebte Ziel, 1% der Landesfläche als für Windkraftanlagen geeignet auszuweisen gegenwärtig nicht erreicht wird. Thüringen-Mitte kommt z. Z. auf etwa 0,7 %.

2016 sind in Thüringen-Mitte noch 47 Anlagen im Antragsverfahren, um noch vor dem Greifen des EEG 2017 und dem damit verbundenen Zwang zur Ausschreibung zur Genehmigung zu kommen. Der Regionale Planungsausschuss hat zur wissenschaftlichen Untersetzung für die geeignet scheinenden Flächen einen Gutachter eingeschaltet, der unter der Berücksichtigung des „EEG 2017“ auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet hat.

Das Fazit ist, dass sich unter Berücksichtigung des EEG 2017 Windkraftanlagen mit Nabenhöhen bis 100 m nicht mehr rechnen. Die Hersteller bieten auch kaum noch derartige

Anlagen an. In Thüringen wird davon ausgegangen, dass der am weitesten verbreitete Anlagentyp im Bereich einer Nabenhöhe oberhalb 160 m liegen wird. Unter Berücksichtigung der Rotorenabmessungen ergeben sich damit Anlagenhöhen von 200 m bis 250 m. Auch höhere Anlagen, also etwa mit 300 m Nabenhöhe sind in der technischen Prüfung, insbesondere hinsichtlich der notwendigen Hebewerkzeuge für die Montage. Aber auch diese Größenordnungen werden in nicht allzu ferner Zukunft für möglich gehalten.

Investive Tendenz: Die großen Energieversorger reagieren auf die neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des EEG 2017 und stocken ihre Investitionen in erneuerbare Energien, insbesondere in terrestrische Windkraft, massiv auf. Das so sehr gewünschte breitgestreute Investment, z. B. durch Energiegenossenschaften, wird damit in den Hintergrund gedrängt. Die „Großen“ bieten sich vielmehr als Dienstleister an und nehmen in einer Gesamtinvestition die „Kleinen“ als Minderheitsgesellschafter einer Energiegesellschaft“ mit ins Boot. So vergehen im harten Ringen um den Markt Träume.

Hermann H. Saitz

logo

MITGLIEDER LOGIN

Ingenieurkammer Thüringen | Gustav-Freytag-Straße 1  | 99096 Erfurt  | Tel.: 0361 228730  | Fax: 0361 2287350 | E-Mail: info@ikth.de

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen