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Die Zukunft des Planen und Bauens

Auf dem Kongress Infrastruktur digital planen und bauen 4.0 an der Technischen Hochschule Mittelhessen drehte sich am 13. Und 14. September 2017 alles um die Digitalisierung der Baubranche und den aktuellen Stand der BIM-Einführung. Im Jahre 2017 erreicht BIM mit der zweiten Stufe des Stufenplans von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zunehmend die Praxis: Eine steigende Zahl von Verkehrsinfrastrukturprojekten wird mit BIM-Anforderungen vergeben.

Rund 400 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit und informierten Sie sich über

Möglichkeiten und Auswirkungen für Bauherren, Planer und Bauunternehmer, aktuelle Softwaretrends und Entwicklungen und folgten Praxisberichten von erfahrenen Experten.

Der Kongress wurde bereits zum vierten Mal von der THM und dem 5D-Institut in Kooperation mit der Deutschen Bahn veranstaltet.

"Eine Digitalisierungsstrategie ist in allen Teilgebieten der Baubranche notwendig. Dabei kommt es darauf an, alle Beteiligten mitzunehmen", erläuterte Prof. Jens Minnert, Dekan des Fachbereichs Bauwesen, bei der Eröffnung.

An den beiden Tagen widmeten sich Vorträge, Praxisberichte und Workshops digitalen Verfahren auf unterschiedlichen Einsatzfeldern. Dabei ging es um Möglichkeiten und Auswirkungen für Bauherren, Planer und Bauunternehmer. Unter den Referenten waren Fachleute aus Unternehmen, Hochschule, Bundes- und Landesbehörden.

Präsentiert wurden anhand von anschaulichen Praxisbeispielen Technologien für die Bestandserfassung, die Planung sowie die Betriebsphase. Beispielhaft sind hier der Einsatz von Laserscanning und Multikoptern zu nennen. Die modernen Werkzeuge bieten viel Potenzial. Sie ermöglichen die Interaktion aller Beteiligten auf einer Datenbasis, schaffen eine bessere und transparentere Angebotsgrundlage auf Basis digitaler Mengen und Maßen und ermöglichen das Vermeiden von Fehlleistungen Durch den Abgleich.

Eine Vertreterin der Deutschen Bahn Station&Service AG stellte dafür beispielhaft die Umsetzung einer effizienteren Grundlagenermittlung für Bauvorhaben der Deutschen Bahn vor. Mit dem Projektstart wird hier die definierten Anforderungen im BIM-Einführungsplan übermittelt, die Anwendungsfelder festgelegt und die zu erbringenden Leistungen abgeleitet. Vor der tatsächlichen Planung erfolgt die Erstellung eines Bestandsmodells im Rahmen der Grundlagenermittlung, zum Teil durch vermessungstechnische Aufnahmen vor Ort. Eine Nachtragsreduzierung macht sich aufgrund der früheren Auseinandersetzung mit dem Bestand bemerkbar. Die BIM-Methode unterstützt maßgeblich die Bewertung des Bestandes durch das Zusammenführen in einem 3D-Raum. Im Rahmen von Pilotprojekten konnte bereits umfänglich der Vorteil der Kostensicherheit in den frühen Leistungsphasen herausgearbeitet werden, wie Michaela List, Technische Projektleiterin Bau- und Anlagenmanagement der DB Station&Service AG betonte. Die BIM-Methode bietet nicht nur für die Öffentlichkeitsarbeit einen visuellen Vorteil. Ferner unterstützt sie die Variantenentscheidung, ermöglicht das frühe Erkennen von Kollisionen und Risiken durch das Prüfen am Modell. Hier sind digitale Querschnittsanzeigen und das Durchführen von Messungen möglich.

BIM beeinflusst auch die Arbeitsweise. Das Arbeiten an einer gemeinsamen Datenumgebung ermöglicht digitale Besprechungen und schafft mehr Flexibilität im Arbeitsprozess. Der Einsatz von additiver Verfahrenstechnik, Robotik oder Drohnen ergänzt das Arbeiten mit digitalen Daten und bietet Raum für Prozessoptimierungen.

Giessen

Am zweiten Workshoptag wurde der aktuelle Stand der Erfüllung des Stufenplans des Bundesverkehrsministeriums thematisiert. Alexander Doebler, Abteilung Digitale Gesellschaft im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur berichtete von den aktuell 24 Pilotvorhaben die in den Bereichen Straßen- und Brückenbau, Schienenverkehr und Wasserstraßenbau realisiert werden. Die Ergebnisse werden voraussichtlich Ende 2018 veröffentlicht. Standardisierungsmaßnahmen werden in Rahmen von Forschungsaufträgen ermittelt und Muster sowie Leitfaden für die Verwaltung und Realisierung erarbeitet. Das Ziel ist, ab Ende 2020 Bauaufträge ausschließlich mit 3D-Fachmodellen umzusetzen.

Gemäß dem Masterplan Bauen 4.0 sind weitere Vorhaben die Umsetzung eines BIM-Kompetenzzentrums sowie die Aktivierung einer BIM-Cloud.

Am Nachmittag präsentierten Softwarehersteller wie Autodesk und Leica im Rahmen von Workshops den Umgang sowie nützliche Tricks mit den Programmen.

In der nächsten Ausgabe des DIB Thüringen wird Ihnen Vorstandsmitglied Dipl.-Ing. Gunter Lencer mit Rückblick auf die Weiterbildungsveranstaltung rund um BIM aus der Sicht des Vermessers einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen der Digitalisierung für die Baubranche geben. Dipl.-Ing. Lencer ist Mitglied des am XXX August konstituierten Arbeitskreis BIM bei der Ingenieurkammer Thüringen, dessen Vorsitz Vorstandsmitglied Architektin Tina Kaiser innehat.

Caroline Illhardt

Ingenieurkammer Thüringen

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